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Aufbau einer zentralen Dokumentation und Entwicklung eines Qualitätskriteriums für die Nachsorge in Deutschland

 

Die Nachsorge in Deutschland breitet sich in der Praxis weiter aus. Damit entsteht die Herausforderung, die Qualität dieser wünschenswerten, aber sehr komplexen Leistung zu sichern.

Diese Weiterentwicklung der Nachsorge umfasst derzeit drei Arbeitsbereiche:

  • Entwicklung eines Qualitätskriteriums, um die Qualität einer Nachsorgeleistung beurteilen zu können (Studie im Rahmen einer Promotion)
  • Zentrale Dokumentation: Evaluation 
  • Zentrale Dokumentation: Prozessdaten

 

Mit der Überführung des Bereichs Pädiatrie vom beta Institut zum Institut für Sozialmedizin in der Pädiatrie Augsburg (ISPA) wird auch die Evaluationsstudie dort weitergeführt.

Ausgangslage

Das Konzept des Qualitätsmanagements basiert auf der Grundannahme, dass Strukturqualität, Prozessqualität und Ergebnisqualität aufeinander aufbauen. Diese Dreiteilung findet sich auch in den verbreiteten Qualitätsbewertungsmodellen EFQM-Modell, DIN EN ISO 9001:2000 und KTQ-Katalog.


Um die Qualität der Nachsorge nachhaltig sichern zu können, haben sich das beta Institut und der Qualitätsverbund Bunter Kreis bisher vor allem auf die Struktur- und Prozessqualität konzentriert. Die Vorgaben hierfür sind im Praxishandbuch Pädiatrische Nachsorge festgelegt.
 Mehr zum Praxishandbuch

 

Kriterium zur Beurteilung der Ergebnisqualität

Mit der Festlegung von Struktur- und Prozessqualität sind die Voraussetzungen geschaffen, eine gute Ergebnisqualität zu erreichen. Doch wie kann die Ergebnisqualität einer Nachsorgeleistung beurteilt werden?

 

Nur wenn es ein evaluiertes Qualitätskriterium gibt, können das Qualitätsniveau gesichert und die Qualität pädiatrischer Nachsorgemaßnahmen weiterentwickelt werden. Ein Qualitätskriterium wird aktuell im Rahmen der Studie „Ergebnisqualität sozialmedizinischer Nachsorge in der Pädiatrie – Entwicklung eines Qualitätskriteriums anhand des Konstrukts der Selbstwirksamkeit“ entwickelt.

 

Kooperationspartner dieser Entwicklung sind:

  • PD. Dr. habil. Michael Kusch, Institut für Gesundheitsförderung und Versorgungsforschung, Ruhr-Universtität Bochum und 
  • Prof. Dr. Notburga Ott, Lehrstuhl für Sozialpolitik und Sozialökonomie, Ruhr-Universität Bochum.

 

Zentrale Dokumentation in Deutschland: Evaluation

Um die Ergebnisqualität der Nachsorge kontinuierlich evaluieren zu können, sind zudem eine standardisierte Evaluation sowie eine zentrale Dokumentation erforderlich. Standardisierte Eltern- und Mitarbeiterfragebögen wurden hierfür bereits erarbeitet: Sie sollen am Ende einer jeden Nachsorgemaßnahme ausgefüllt und an die zentrale Dokumentationsstelle beim ISPA geschickt werden. Dort erfolgt auch die Auswertung.

 

Ziel ist, dass die Patientenzufriedenheit evaluiert werden kann und zwar auf der Basis vollständiger Daten aus ganz Deutschland, die automatisch ausgewertet werden können.

 

Wenn im Rahmen der Studie das Qualitätskriterium entwickelt wurde (siehe oben), wird auch dieses in die standardisierte Evaluation aufgenommen.

 

Zentrale Dokumentation in Deutschland: Prozessdaten

Zentral dokumentiert werden soll die Versorgungsrealität der Nachsorge in Deutschland. Hierfür werden die Prozessdaten erhoben, z.B. die Diagnosen der betreuten Patienten, die Nachsorgeleistungen und die Nachsorgeziele. Dies erfolgt in einigen Nachsorgeeinrichtungen automatisch mit der Software SoPart, in den meisten Einrichtungen noch schriftlich zusammen mit der Evaluation am Ende einer Nachsorgemaßnahme.

 

Herausforderung beim Aufbau dieser zentralen Dokumentation ist einerseits, überhaupt alle Daten zu bekommen, andererseits zuverlässige und komplette Daten zu erhalten, die miteinander vergleichbar sind.

 

Auch die zentrale Dokumentation dient dem Ziel, die Nachsorgequalität zu sichern und zu verbessern, das bedeutet:

  • Nachweis des Nutzens einzelner Nachsorgemaßnahmen
  • Identifikation von Problemen
  • Identifikation von Problemlösungen

 

Eine zentrale Dokumentation kann zudem die Datenbasis für multizentrische Nachsorgestudien liefern und auch so wieder der Weiterentwicklung der Nachsorge dienen.

 

Weiterführende Links
 Ergebnisse der PRIMA-Studie
 Ergebnisse der Sozioökonomischen Studie
 Praxishandbuch Nachsorge
 Qualitätsverbund Bunter Kreis

 

Kontakt zur Studienleiterin
Antje Otto
0821 400-4837
antje.otto@ispa.bunter-kreis.de

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