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Stabiler Blutdruck, hohe Zufriedenheit
Patientenbefragung und medizinische Analyse zeigen positive Trends


Das PatientenNetz Schlaganfall ist laufend bemüht, seine Patientenbegleitung mit Case Management zu verbessern. Nach 2006 wurde deshalb 2008 eine zweite Patientenbefragung durchgeführt: mit noch besseren Ergebnissen als 2006. Zudem wurde eine Analyse medizinischer Daten bei PatientInnen nach einjähriger Case-Management-Begleitung durchgeführt: Auch sie zeigt erste positive Trends.

 

Vor allem mit Blick auf die angespannte Finanzlage im deutschen Gesundheitssystem ist die Frage äußerst relevant, ob eine „Extra“-Leistung wie das CM positive Effekte im Versorgungssystem nach sich zieht. Nachfolgend erste Trends aus der medizinischen Analyse.

 

Entwicklung der Blutdruckwerte

Bei Aufnahme ins Krankenhaus (t1) waren die Blutdruckwerte systolisch deutlich erhöht und besserten sich bis zum Abschluss des stationären Aufenthalts in der Reha-Klinik (t2). Dieser bessere Blutdruckwert blieb dann bis zum Ende der Case-Management-Begleitung in etwa gleich.

 

Um diese bewerten zu können, wurden die Werte mit der Präventionsstudie EuroASPIRE nach Herzinfarkt verglichen. Hier zeigt sich im Beobachtungszeitraum ein Anstieg des Blutdrucks um 10 mmHg.

 

Auf den ersten Blick scheint dieser Anstieg bei den Herzinfarktpatienten gering und die gleichbleibend guten Werte bei den Augsburger Schlaganfall-PatientInnen wirken nicht revolutionär, aber: Bei einem dauerhaft um 10 mmHg niedrigeren Blutdruck wie ihn die Augsburger PatientInnen erreichten, ist die Schlaganfallmortalität deutlich geringer (Graphik 2).

 

Entwicklung schlaganfallbedingter Komplikationen

 

Positiv ist z.B. auch die Entwicklung von schlaganfallbedingten Komplikationen während des Case-Management-Jahres. Diese Komplikationen sind häufig und wurden im Verlauf der Nachsorge zahlreich festgestellt. Insgesamt wiesen zum Zeitpunkt des ersten Nachsorgetermins nur 17 von 71 Patienten keine Komplikationen auf, bei der letzten Nachsorge waren hingegen 51 ohne behandlungsrelevante Komplikation (Grafik 3).

 

Zweite Patientenbefragung durchgeführt

Von 15. Juli bis 30. August 2008 wurden retrospektiv die vom PatientenNetz betreuten Schlaganfallbetroffenen schriftlich befragt. Ihre Begleitung war zum Zeitpunkt der Befragung bereits abgeschlossen. Von 92 versandten Fragebögen wurden 49 ausgefüllt an das beta Institut zurückgeschickt, was einer Rücklaufquote von 53,2 % entspricht.

Die Befragung hatte folgende Ziele:

  • Überprüfung der Akzeptanz der Case-Management-Begleitung bei den PatientInnen und ihrer Zufriedenheit mit dem besonderen Angebot
  • Überprüfung der Inanspruchnahme und Akzeptanz von ärztlichen Nachsorgeuntersuchungen in der Begleitstelle seitens der PatientInnen sowie ihrer Zufriedenheit mit dem besonderen Angebot
  • Untersuchung der Effektivität der Begleitstelle hinsichtlich psychischer, psychosozialer und funktionaler Indikatoren aus Sicht der PatientInnen

Ausgewählte Ergebnisse

98 % der PatientInnen gaben an, überhaupt hilfreiche Unterstützung erhalten zu haben. Mit 80 % lag die Case Managerin an der Spitze der hilfreichen Personen. Am meisten Unterstützung durch die Case Managerin erhielten die PatientInnen auch in den anderen Bereichen wie „wichtige Informationen über die Krankheit“, „Informationen über Hilfsangebote“, „Hilfe bei der Vermittlung von Hilfsangeboten“ sowie „Hilfe beim Kontakt mit Behörden, Ämtern und Krankenkassen“.

 

Sehr bemerkenswert ist, dass die Begleitstellenärztin, welche die Schlaganfallbetroffenen höchstens drei Mal im Case-Management-Jahr sieht, als Informationsquelle über die Erkrankung vor den niedergelassenen, behandelnden Ärzten genannt wird.

 

Zu Graphik 4 muss ergänzend erklärt werden, dass die Begleitstellenärztin mit den Case Managerinnen im Team arbeitet und die nicht-medizinischen Informationen (z.B. zu Hilfsangeboten) den Case Managerinnen mit ihrer umfassenden Kenntnis zu Hilfen im regionalen Netzwerk überlässt.

 

Die Befragung 2008 wurde nach einjähriger Case-Management-Begleitung durchgeführt – im Gegensatz zur Befragung 2006, als die PatientInnen bereits vier Monate nach dem Akutereignis befragt worden waren. Insgesamt ist im Vergleich der beiden Befragungen festzustellen, dass die Patientenzufriedenheit in allen abgefragten Einschätzungen zugenommen hat. Dies lässt den Schluss zu, dass die Begleitung ihre Wirkung tatsächlich im Verlauf entfaltet und eine einmalige Beratung, z.B. am Ende der Reha, nicht diese Wirksamkeit hätte.

 

Kontakt  
Frau Yankers, Telefon 0821 45054-243, info@beta-institut.de  
 

Weiterführende Links

 Studien zu mammaNetz (Case Management für Frauen mit Brustkrebs)

 Case Management
 Patientenpfade

 Integrierte Versorgung

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